Konzept Hochbegabung

Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler an der Astrid-Lindgren-Schule Usingen

Präambel

Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit.
Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war.

(Astrid Lindgren)

An der ALS wird jedes Kind gemäß seiner individuellen Bedürfnisse gefördert, was sich sowohl auf die Weiterentwicklung der kognitiven als auch der sozialen Fähigkeiten bezieht. Dies geschieht auf der Basis differenzierten Unterrichts, der VOLRR- und Förderkurse in den Lernbereichen Mathematik und Deutsch sowie durch den Einsatz diverser Materialien in allen Lernbereichen. Diese Maßnahmen unterstützen die Schülerinnen und Schüler, welche Schwierigkeiten in einzelnen Fächern aufweisen.

Das folgende Konzept zur Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler beschäftigt sich nun mit der Frage, mittels welcher Maßnahmen besonders begabte Kinder an der ALS Förderung erfahren und sich somit weiter entwickeln können.

Das vorliegende Konzept umfasst folgende Teilbereiche:

  1. Erstellung eines schulinternen Curriculums
  2. Diagnose (hoch-)begabter Schülerinnen und Schüler
  3. Erstellung individueller Förderpläne und deren Fortschreibung
  4. Elternberatung
  5. Kooperation mit außerschulischen Institutionen
  6. Lehrerfortbildung
  7. Evaluation/Statistik
  1. Erstellung eines schulinternen Curriculums

Um die Förderung Hochbegabter an der Astrid-Lindgren-Schule sicher zu stellen, wird den Schülerinnen und Schülern (im Folgenden: SuS) binnendifferenzierter Unterricht dargeboten, was durch folgende Arbeitsformen ermöglicht wird:

  • Computereinsatz im Unterricht, Lernsoftware: Lernwerkstatt, Oriolus, Budenberg,...)
  • differenziertes Arbeitsmaterial (siehe Materialliste)
  • offene Arbeitsformen im Unterricht, welche die individuelle Förderung ermöglichen

Zum anderen werden begabte SuS durch besondere Projekte und Angebote leistungsgerecht gefördert. Diese sind:

  • AGs (Literatur, Knobel-AG, Theater-AG, Zeitungsprojekt...)
  • Mini-Mathematikum
  • Forscherwerkstatt
  • Veranstaltungen des musisch-sportlichen Bereiches (wie der Schwimmwettkampf der Usinger Grundschulen)
  • außerschulische Lernorte
  • Besuch der Kinder-Uni in Frankfurt
  • Installation des Känguru-Wettbewerbs sowie des Vorlese-Wettbewerbs

Weiterhin erhalten hochbegabte SuS die Möglichkeit, Klassen zu überspringen oder mittels des Drehtür-Modells fachbezogen am Unterricht höherer Klassen zu partizipieren.  Über die Wahl geeigneter Maßnahmen entscheiden Schüler, Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte gemeinsam im individuellen Fall.

  1. Diagnose (hoch-) begabter Schülerinnen und Schüler

Wenn sich die ALS auf den Weg macht, um begabte Kinder zu fördern, müssen wir uns zunächst mit der Diagnose beschäftigen.  Wie gelingt es Lehrkräften, (hoch-) begabte Kinder zu erkennen?

Dies erfordert Zeit und eine genaue Beobachtung, SuS mit hohem kognitiven Potential zu diagnostizieren. Mittels der Unterrichtsbeobachtung, Auswertung diverser Schüler-Arbeiten und über den Umgang mit anspruchsvollem Material können sich Lehrkräfte ein Bild über die Schülerin oder den Schüler verschaffen. Daneben helfen den Kollegen standardisierte Tests wie die Hamburger Schreibprobe (HSP) für den Lernbereich Deutsch, der Kalkulie-Test für den Lernbereich Mathematik sowie die Hessischen Lernstandserhebungen beim Erkennen hochbegabter Kinder.

  1. Förderpläne

An der Astrid-Lindgren-Schule wird für jedes Kind, welches Lernschwierigkeiten in einem oder mehreren Bereichen aufweist, ein Förderplan erstellt. Künftig wird dies auch für (hoch-)begabte SuS erfolgen. In dem Förderplan werden der aktuelle Leistungsstand (also die Lernausgangslage) und die besonderen Stärken des Kindes beschrieben. Des Weiteren hält der Förderplan ein Ziel fest und legt die Maßnahmen zur Erlangung dieses Zieles fest. Der individuelle Förderplan wird mindestens einmal jährlich fortgeschrieben.

  1. Elternberatung

Neben der Förderung (hoch-)begabter Kinder in der Schule steht auch die Zusammenarbeit und Beratung der Eltern im Fokus der Astrid-Lindgren-Schule. Erziehungsberechtigte benötigen häufig Hilfestellung im häuslichen Umgang mit der Förderung eines begabten Mädchen oder Jungen. Treten bei den unterschiedlichen Diagnoseinstrumenten besondere Begabungen hervor, werden Erziehungsberechtigte über die besondere Leistungsfähigkeit ihres Kindes informiert und hinsichtlich weiterer Fördermaßnahmen aufgeklärt.

In Elterngesprächen wird die Möglichkeit der Durchführung eines Intelligenztestes erörtert. Bei Zustimmung der Eltern verweisen wir auf Einrichtungen, in denen diese Tests durchgeführt werden können. Die Beratung erfolgt im Rahmen üblicher Elterngespräche oder darüber hinaus zu vereinbarten Zeitpunkten, z.B. zur Besprechung des Förderplanes. Neben der Beratung durch Lehrkräfte der Astrid-Lindgren-Schule kann durch Kollegen auch der Kontakt zu außerschulischen Institutionen empfohlen bzw. hergestellt werden.

  1. Außerschulische Institutionen

Um (hoch-)begabte SuS nicht nur schulisch fördern zu können, sondern auch weitere Fördermöglichkeiten zu integrieren, kooperiert die Astrid-Lindgren-Schule mit außerschulischen Institutionen. So steht die psychologische Beratungsstelle BRAIN der Philipps-Universität Marburg Lehrkräften und Erziehungsberechtigten zur Verfügung. Sie testet SuS hinsichtlich deren Hochbegabung und berät Erwachsene bezüglich des weiteren Vorgehens bzw. der passenden Förderung des Kindes. Hinzugezogen werden kann weiterhin der schulpsychologische Dienst des Hochtaunuskreises, um Eltern und Lehrkräfte zu beraten.

Ist die Unterstützung durch diese außerschulischen Institutionen abgeschlossen, dienen Angebote der Universität Frankfurt und anderer Kooperationspartner als weitere Möglichkeiten der Förderung (Hoch-)begabter. Die Goethe-Universität Frankfurt am Main bietet beispielsweise Vorlesungen in der „Kinder-Uni“-Reihe sowie Kinder- und Jugendakademien an.

Das mit der Justus-Liebig-Universität Gießen zusammen arbeitende „Mathematikum“ bewährte sich ebenfalls als außerschulischer Lernort. Weitere Museen können im Rahmen bestehender Arbeitsgemeinschaften besichtigt und der Museumsbesuch mit den SuS vor- und nachbereitet werden. Das Goethe-Haus in Frankfurt am Main eignet sich z.B. als außerschulischer Lernort im Zusammenhang mit einer Literatur- oder Deutsch-AG.

  1. Lehrerfortbildung

Ein großer Teil des Kollegiums der Astrid-Lindgren-Schule ließ sich bereits durch Mitarbeiter des Staatlichen Schulamtes in Friedberg zum Thema „Hochbegabtenförderung“ im Jahr 2013 ausbilden. Resultierend aus dieser Weiterbildung arbeitete ein Arbeitskreis an einem Konzept zur Förderung (Hoch-)begabter, stellte geeignetes Unterrichtsmaterial zusammen und integrierte erste Arbeitsgemeinschaften für diese SuS in den Stundenplan der Astrid-Lindgren-Schule. Des Weiteren wurden die Mitglieder des Arbeitskreises durch einen für die Förderung Hochbegabter zuständigen Mitarbeiter des Hessischen Kultusministeriums erneut fortgebildet. Der Kontakt zwischen Herrn Diehl und den zum Arbeitskreis gehörenden Kollegen wird aufrecht erhalten und somit der Entwicklungsprozess der Schule begleitet. Neben der Weiterbildung durch qualifizierte Fortbildner beschäftigte sich das Kollegium mit dem Literaturstudium hinsichtlich der Hochbegabtenförderung. Ein Besuch der Beratungsstelle BRAIN an der Philipps-Universität Marburg ist zudem geplant.

  1. Evaluation / Statistik

 Die Astrid-Lindgren-Schule befindet sich im Prozess der Förderung besonders begabter SuS. Dieser Prozess ist niemals abgeschlossen, sondern bedarf der Evaluation, um die Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Als Instrumente der Evaluation dient dem Kollegium die Dokumentation der Fördermaßnahmen.

  1. Dokumentation der besonderen Formen der Förderung, wenn die Klassengemeinschaft verlassen wird:
  • Überspringen einer Klasse
  • Drehtür-Modell
  1. Dokumentation der Lernleistungen durch Erfolge bei Wettbewerben:
  • Känguru-Wettbewerb
  • Vorlese-Wettbewerb
  • Vergleichsarbeiten
  • Sportliche und musische Wettkämpfe
  • Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften für (hoch-)begabte Kinder
  1. Evaluation der Maßnahmen zur Förderung durch kollegiale Fallberatung:
  • Einberufung einer Förderkonferenz
  • Fortschreibung des individuellen Förderplanes
  • Informeller Austausch zwischen Kollegen der Astrid-Lindgren-Schule
  1. Evaluation der Maßnahmen durch externe Berater und Erziehungsberechtigte
  • Fallberatung der Kollegen durch außerschulische Kooperationspartner und Fortbildner
  • Austausch zwischen Erziehungsberechtigten und Lehrkräften

Einmal jährlich wird eine Statistik erhoben, die Maßnahmen werden evaluiert und dem Hessischen Kultusministerium übermittelt.

Der Arbeitskreis besteht weiterhin und begleitet den Aufbau der Förderung (hoch-)begabter Mädchen und Jungen auch in Zukunft. Somit ist die qualitativ wertvolle Förderung (hoch-)begabter SuS an der Astrid-Lindgren-Schule durch externe Fachberater und durch das Kollegium prozessorientiert gesichert.

Durch die Installation der verschiedenen Maßnahmen profitieren (hoch-)begabte Kinder von der Erstellung des Konzeptes und werden gemäß ihrer individuellen Bedürfnisse gefördert.

 

Stand Mai 2014